Ahnenforschung in Preussen & Lippe

 
Behr
 

 

Die Familie v. Behr

Eins der ältesten, lüneburgischen Adelsgeschlechter, welches urkundlich schon 1197 mit Eberhardt Bere (Behr), 1224 etc. vorkommt. Dasselbe kam zeitig nach Pommern, wie Rügensche Urkunden von 1228, Caminsche von 1237 und Pommersche von 1243 ergeben und zählte in Meklenburg schon zu den Familien, welche 1523 die Union der meklenburg. Ritterschaft unterzeichneten.

Die Familie Behr erlangte 1407 im Verdenschen das Erbmarschall- und Erbkämmereramt und im Lüneburgischen 1624 das Erbschenken- und Erbküchenmeisteramt. Sie erwarb im Laufe der Zeit bedeutenden Grundbesitz, namentlich in der Nähe der Aller und Leinemündungen im Lüneburgischen, Calenbergischen, Hoyaschen, Verdenschen und Bremenschen, mehrere Sprossen des Geschlechts Behr waren Domherren zu Minden und unter den Gütern des Geschlechts fanden sich mehrere Mindensche Lehne. Die in Hannover blühenden Linien Behr gehören zu dem ritterschaftlichen Adel der Lüneburgischen, Bremenschen und Hoyaischen Landschaft und sind mit Klein-Häuslingen, Rethem, Stellichte, Münchhoff etc. angesessen.Zahlreiche Glieder des Geschlechts Behr sind im kurbraunschw.-lüneburg. und hannov. Hof-, Staats- und Kriegsdiensten zu hohen Ehrenstellen gelangt.

Bischof Hermann von VerdenDer im 15. Jahrh. nach Kurland gekommene Zweig des Geschlechts Behr hat sich weit ausgebreitet, grossen Güterbesitz erworben und hohes Ansehen erlangt. Derselbe führt auf Grund eines kaiserl. Diploms vom 4. Dec. 1703 den reichsfreiherrlichen Titel und blühte in sieben Häusern, dem Hause zu Poopen, zu Schloss-Edwalen, zu Stricken, zu Peperwahlen, zu Virginalen, zu Sutten, und zu Windau.

Der Stammbaum dieses Hauptstammes Behr beginnt mit Hugold Bere / Behr (+ 1162), Großvogt von Hermannsburg und Hermann Bere / Behr (+ 1167), Bischof von Verden. Zu den Nachkommen von Hugold gehörten die Gebrüder Ulrich und Werner Behr, welche, als im braunschw.-lüneburg. Erbfolgekriege Kaiser Karl IV. 1371 über den Herzog Magnus mit der Kette die Reichsacht aussprach, als treue Anhänger ihres Landesherrn, ein gleiches Loos traf. Sie steckten damals ihre eigene Burg Twischensee (an der Aller, wo jetzt Rethem steht) in Brand und überliessen sie dann dem mächtigen Feinde. Ulrich Behr (+ um 1443) hatte zwei Söhne, Heinrich und Johann, von welchen Ersterer, verm. mit einer v. Wettberg, der Stammvater der s. g. älteren Linie in Deutschland und Kurland, Letzterer, verm. mit einer v. Horn, Stammvater der s. g. jüngeren Linie in Deutschland wurde.

Ein Enkel des genannten Heinrich, Dietrich v. Behr, verm. mit Anna v. Münchhausen, legte den ersten Grund zu der grossen Ausbreitung seine Geschlechts in Kurland, da derselbe, wegen Streitigkeiten mit dem Erzbischof Christopher zu Bremen, sich 1551 zu seinem Schwager, Johann v. Münchhausen, Bischof von Kurland, begab, welcher Letztere ihn zum Stiftsvoigt zu Arensburg und seinen ältesten Sohn, Ulrich, zum Coadjutor des Stifts Kurland ernannte. Als Johann v. Münchhausen seine säkularisierten Bisthümer 1559 an König Friedrich II. von Dänemark für dessen Bruder verkaufte, wurde Dietrich v. B. in denselben königl. Statthalter, Ulrich v. Behr aber, welcher sich, als Coadjutor des Bischofs Johann, der Abtretung des Stifts Kurland an Magnus Herzog zu Ulrich v. Behr (+ 1585)Holstein widersetzte, verglich sich später mit demselben dahin, dass ihm das Schloss Edwahlen nebst dem Hofe Schleck in Kurland erb- und eigenthümlich überlassen wurden. Da Ulrich keine Nachkommen hatte, so trat derselbe schon 1562 dem jüngeren Bruder, Johann, verm. mit Margarethe v. Grothus, die kurländischen Güter ab und der genannte Johann ist durch seine vier Söhne der nächste gemeinschaftliche Stammvater der gesammten späteren Sprossen des Stammes.

Er schloß den Familienvertrages vom 25. Nov. 1608 ab, in dem Werner und Friedrich die Güter in Kurland, Dietrich und Johann aber die Güter im Lüneburgischen erhielten. Nachdem Friedrich ohne Nachkommen gestorben, beerbte Werner den selben und setzte seinen Stamm, der nun alle Güter in Kurland besass, durch zahlreiche Sprossen fort. Johann aber erhielt, da auch Dietrich kinderlos starb, die Besitzungen des Letzteren und wurde alleiniger Herr der Güter Stellichte, Häuslingen und der Burglehnen zu Rethem und Hoya.
[Quelle: Kneschke, Deutsches Adelslexikon, 1859]

 



 
 


Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen
eingeborenen Sohn gab,
auf dass alle,
die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Joh. 3,16





Wer mich bekennt
vor den Menschen,
den will ich bekennen
vor meinem himmlichen Vater.
Matth. 10,32





Von guten Mächten
wunderbar geborgen
erwarten wir getrost,
was kommen mag.
Gott ist mit uns am
Abend und am Morgen
und ganz gewiss
an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer






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